Die Angstzone meistern

Wie kommt es überhaupt dazu, dass ich meine Komfortzone verlasse?

Es gibt vor allem zwei Möglichkeiten die Komfortzone zu verlassen: freiwillig oder unfreiwillig.

Beim freiwilligen Verlassen verspüre ich oft einen inneren Drang nach Veränderung, mehr Wissen oder größerer Entwicklung. Ich überwinde relativ schnell Ängste und Bedenken (wenn sie denn überhaupt da sind) und stürze mich – planvoll und vertrauensvoll – ins Abenteuer. Die Merkmale der modellhaften Angstzone äußern sich dann vielleicht noch darin, dass ich mich an Abläufen und Regeln reibe. Es wird sich aber kaum etwas nach Panik oder Angst anfühlen. Ja ich habe vielleicht auch gar nicht das Gefühl, meine Komfortzone zu verlassen.

Werde ich unfreiwillig aus der Komfortzone geschubst, geschieht das also meistens durch einen äußeren Impuls wie Jobverlust oder auch die COVID-19-Pandemie. Ich habe es mir nicht freiwillig ausgesucht und stehe vor vollendeten Tatsachen. Manche nennen die Angstzone deshalb auch die Panikzone.

Ich finde viele Gründe, um die Situation abzulehnen. Etwas dramatischer ausgedrückt, befinde ich mich aber in einer Survival-Situation. Und dieses Bild hilft auch weiter, um handlungsfähig zu bleiben.

Du hast sicherlich schon einmal das idealtypische Zonenmodell des Erfahrungs- und Kompetenzausbaus und der Persönlichkeitsentwicklung gesehen. Das sieht so aus:

Komfortzone Angstzone Lernzone Wachstumszone
Was sind die Merkmale der Zonen im Modell?

KOMFORTZONE: Kontrolle, Gewohnheit, Sicherheit, Routinen

ANGSTZONE: Unsicherheit, Ausreden, Abbruch, Ablehnung, Vermeidung, Flucht, Lähmung, „blinder“ Aktionismus, Fight or Flight, Irrationalität

LERNZONE: Neue Skills, Erfahrungen, Selbstvertrauen, Optimismus, Handlungsfähigkeit, Zonenausbau

WACHSTUMSZONE: Zielerreichung, Sinnfindung, Selbstsicherheit, Zufriedenheit. Neue Komfortzone

Ich will hier weg

Abbruch funktioniert nur beim freiwilligen Verlassen der Komfortzone. Beim unfreiwilligen Verlassen funktioniert ein Abbruch in aller Regel nicht. Ich muss mich also weiter entscheiden. Ich kann die Situation jetzt einfach Verdrängen und Ablehnen oder etwas radikaler ausgedrückt – innerlich verleugnen. Es ändert sich nichts an der Ausgangslage, nur ich tue so, als gäbe es die Situation nicht. Die Konsequenz kann dann aber umso fataler sein.

Genauso verhält es sich mit der Irrationalität und einer gewissen Kopflosigkeit aus ungeplantem Aktionismus. Im Survival ist das der Moment, wo der Rucksack zurückgelassen wird, um schneller voranzukommen oder nur mal schnell um die nächste Ecke zu schauen. Im Rucksack waren aber noch meine Jacke und etwas Wasser und Proviant …

Was kann ich also tun, um die Angstzone zu meistern?

Zunächst einmal solltest Du die Zone erkannt und akzeptiert werden. Zumindest dann, wenn es keinen Weg zurück gibt. Und dann ist es hilfreich, so schwierig es klingt, einen Gang herunterzuschalten und innezuhalten. Dann kannst Du anfangen, die Situation anhand Deiner bisherigen Erfahrungen zu bewerten und ggf. andere nach ihren Erfahrungen oder Lösungen mit vergleichbaren Situationen fragen. Oder einen Expertenrat einholen, von realistischen Quellen. Nur als kleines Beispiel: Habe ich Fragen zum Arbeitslosengeld hilft es zunächst Informationen auf der Website der Arbeitsagentur zu lesen oder auch mich anonym von der Hotline beraten zu lassen, als mich in diversen Foren umzusehen, wo vieles aus dem Kontext gerissen dargestellt ist und auch z.T. nicht der Realität entsprechend. Es geht hier oft vielmehr um Trost und das Gefühl, nicht alleine zu sein. Es ändert aber nichts an der Handlungsfähigkeit.

Denke mutig, plane überschaubar und bleibe flexibel

Du kannst Dir also zunächst einmal alles aufschreiben, was Dich zu der Situation beschäftigt und was Deine Erfahrungen in ähnlichen Situationen waren oder was Du darüber schon weißt. Dann – was könnten Lösungen sein. Gönne Dir ein richtiges Brainstorming. Das ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass zunächst nichts nach Realismus und Durchführbarkeit bewertet wird. Anschließend fragst Du Dich, was ist das Wichtigste im Moment, wo brauchst Du Unterstützung und wo bekommst Du diese usw. Dadurch ergibt sich fast automatisch ein Ranking und eine Bewertung.

Plane aber immer nur wenige Schritte und warte die Konsequenz oder sich auftuenden Gelegenheiten ab, um dann reagieren zu können und Dich auf die Situation anzupassen. Sonst bist Du schnell bei einem riesigen Masterplan, der quasi eine Komfortzone in der Angstzone ist, aber keine Störungen verzeiht.

Ich komme alleine nicht weiter und nun?

Wenn Du immer wieder am Ausgangspunkt ankommst und Dir selbst oder Dein Umfeld ein Denken „out of the box“ nicht zugesteht oder Du Dich schlicht und ergreifend selbst nicht motiviert bekommst, dann biete ich Dir im Coaching den Raum und die Unterstützung zu Deiner Lösung und Deinem Potenzial zu gelangen, um Deine Handlungsfähigkeit wiederzuerlangen. Du trägst die Lösung nämlich bereits in Dir.

Die Zone gemeistert

Die Zone gemeistert hast Du, wenn Du in eine Handlungsfähigkeit und zu Vertrauen in Dich und Deine Fähigkeiten kommst. Dann bist Du in der LERNZONE. Es gibt noch unklare Dinge, es sind noch Entscheidungen offen, aber Du bist Dir ziemlich sicher auf Deinem Weg. Kleine Unwägbarkeiten und Störungen siehst Du als Aufgaben, die es auf dem Weg zu Deinem neuen Ziel zu lösen gilt.

Ein wichtiges Instrument ist nun auch die Selbstreflexion. Was habe ich (über mich) gelernt? Was würde ich beim nächsten Mal anders machen? Welche Gefühle und Bedürfnisse haben mich zu Handlungen veranlasst. Das ist dann das Feld Deiner Persönlichkeitsentwicklung und der Stärkung Deiner Resilienz.

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